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Der VDA fordert in seinem Rotband „8D – Problemlösung in 8 Disziplinen“ die Anwendung von Kepner-Tregoe IST/IST-NICHT, um in einem Audit die Bewertung „Exzellent“ zu erreichen.

Das Konzept IST/IST-NICHT, welches von Kepner-Tregoe 1958 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, sieht auf den ersten Blick sehr simpel aus. Bei richtiger Anwendung entfaltet es seine ganze Stärke und hilft effektiv und effizient bei der Suche nach Ursachen. Wie bei allen anderen Dingen im Leben ist es auch hier so, dass eine falsche Anwendung in der Regel zu Zeitverschwendung und Frustration führt.

Hier kommen die häufigsten Fehler in der Anwendung von IST/IST-NICHT:

1.  IST-NICHT-Informationen sind kaum vorhanden.

Der Fokus liegt häufig nur auf den IST-Informationen, IST-NICHT-Infos werden nur spärlich dokumentiert. Die negativen Konsequenzen ziehen sich durch den gesamten Analyseprozess:

  • Die Suche nach Besonderheiten, die ja genau den Unterschied zwischen IST und IST-NICHT darstellen, funktioniert erst gar nicht,
  • das genaue Abgrenzen des Problems ist unmöglich und
  • das Testen von möglichen Ursachen leidet auch.

Zu einer exzellenten IST/IST-NICHT Spezifikation gehören IST-NICHT Informationen.

2.  IST-NICHT Informationen werden lediglich als Gegenteil zu den IST Informationen verstanden.

Die IST-NICHT Infos können das Gegenteil der IST Infos sein, müssen es aber nicht. Wenn die Abweichung „schwarze Flecken“ ist, dann ist das IST-NICHT nicht automatisch „weiße Flecken“. Eventuell ist das ja gar nicht möglich. Die Frage nach den IST-NICHT-Infos zielt natürlich immer nur nach den möglichen Alternativen, die aufgetreten sein könnten, es aber nicht sind. Hier wird der Prozess häufig „abgekürzt“, einfach mal schnell die IST-NICHT Fragen beantworten. Nachteile: siehe oben!

3.  Fragen zu den IST/IST-NICHT-Informationen werden falsch beantwortet.

Es gibt Fragen in der IST/IST-NICHT Spezifikation, die sehr häufig falsch beantwortet werden, weil die Intention hinter der Frage nicht klar ist. Die am meisten falsch verstandene Frage ist die 3. WANN-Frage: Wann wurde die Abweichung seit dem Bestehen des Objektes oder in seinem Lebenszyklus zuerst beobachtet? Hier will man das Auftreten der Abweichung in Bezug zu einem anderen Ereignis oder Zustand setzen. Antworten fangen häufig an mit: „während“… „bevor“… „nach“… usw. Hier sucht man nicht nach einem Datum oder einer konkreten Uhrzeit, auch nicht nach einem Ort.

4.  IST/IST-NICHT- Informationen werden nicht oder falsch für die Suche nach Besonderheiten genutzt.

Besonderheiten stellen den Unterschied zwischen dem IST und dem IST-NICHT dar und werden so formuliert, dass sie nur für das IST zutreffend sind. Das IST-NICHT wird als Vergleichsobjekt genutzt. Finden Sie Informationen wie: „anders“, „unterschiedlich“ oder auch konkrete Dimensionen wie Dicke oder Länge als Besonderheiten, wird die Suche nach relevanten Veränderungen meist sehr schwierig oder ganz unmöglich. Die Stärke der Besonderheiten kann nicht voll genutzt werden.

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