Von Christian Green und Burkhardt Prigge, Kepner-Tregoe  

Shopfloor-Teams sind häufig an KVP- oder Kaizen-Veranstaltungen beteiligt und in einer Lean Manufacturing-Umgebung haben sie die Befugnis, die Produktion anzuhalten, wenn dies nötig ist. Viele führen Veranstaltungen zu den Themen 5S, Effizienz und Sicherheit durch. In vielen Organisationen werden die Mitarbeiter an der Linie jedoch kaum oder gar nicht darin geschult, Probleme zu lösen, d.h. die Ursache zu finden, wenn etwas schief läuft. Um diese Fähigkeit aufzubauen, können einige Tools sehr nützlich sein. Mitarbeiter, die in der Lage sind, Probleme effektiv zu lösen, verbessern ihre Karrierechancen. Bei vielen unserer Kunden hat sich die Teilnahme von Shopfloor-Mitarbeitern an Schulungen zur Problemlösung als entscheidend für den Aufbau einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung erwiesen.

Im Folgenden werden drei besonders nützliche Tools aufgeführt, mit denen ohne viel Zeitaufwand die Fähigkeiten zur Problemlösung auf dem Shopfloor verbessert werden können. Die Mitarbeiter beschreiben Probleme präziser, sobald diese auftreten, und sie verbessern ihr Verständnis für den Prozess, der zur Suche nach Ursachen erforderlich ist.

 

 

Indem sie diese Fragen stellen, können sie das Problem besser benennen und so auch die Problemlösung beschleunigen.

Anstatt beispielsweise ein Problem als „Der Boden ist nass“ zu bezeichnen, sollten sie zunächst nach dem Warum fragen, und so eine Voruntersuchung einleiten: Warum ist er nass? Weil der Bottich in Linie 3 überläuft. Warum? Weil die Wasserleitung über dem Bottich undicht ist. Warum? Ich weiß es nicht. Anstatt der Instandhaltung mitzuteilen, dass der Boden nass ist, ist man der Ursache bereits erheblich näher gekommen, indem angegeben wird, dass die Wasserleitung in den Bottich von Linie 3 tropft und den Boden überflutet. Dieses Problem erfordert mehr als nur einen Wischmopp.

Kepner-Tregoe-Problemanalyse: Die Beschreibung von Problemen auf dem Shopfloor kann erheblich verbessert werden, indem die KT-Problemanalyse zum Definieren und Spezifizieren eines Problems verwendet wird. Die Beschreibung eines Problems erfolgt am einfachsten mit einer Matrix aus zwei Spalten: IST und IST-NICHT, und vier Zeilen, in denen nach dem WAS, WO, WANN und AUSMASS gefragt wird.

 

 

Anstatt in unserem Beispiel zu sagen: „Die Wasserleitung leckt in einen Bottich.“, fragen wir „WO?“ und geben an, dass es sich um die Leitung über dem Bottich in Linie 3 handelt, nicht jedoch um die Leitungen über den Linien 1 und 2.

Anhand dieser IST-/IST-NICHT-Informationen können Problemlöser die wesentlichen Parameter des Problems erfassen und sich bei der Ursachenforschung auf die Unterschiede zwischen beiden Kategorien konzentrieren. Das Erlernen eines tiefergehenden Ansatzes zur Problemlösung wie dieses und anderer Schritte im Prozess der Problemanalyse kann durch einen Learn-and-Do-Ansatz beschleunigt werden. Bei KT verwenden wir u.a. Simulationen, die es den Shopfloor-Mitarbeitern ermöglichen, in überschaubaren Trainingseinheiten schnell Fertigkeiten zu erlernen und anzuwenden.

8D: Der bei Ford entwickelte Überblick über den Prozess der Ursachenanalyse in acht Disziplinen kann den Mitarbeitern auf dem Shopfloor helfen, zu verstehen, wo sich ein Problem derzeit im Lösungsprozess befindet, und er bietet eine Makroansicht des Troubleshooting-Prozesses insgesamt. Dass Sofortmaßnahmen ergriffen wurden (D3), bedeutet noch nicht, dass eine Ursache gefunden (D4) oder eine Lösung implementiert (D6) wurde, aber es handelt sich um einen kritischen Schritt bei der Problembehandlung. In einigen Fällen, wenn z.B. bei einer alten Maschine deren Austausch bereits geplant ist, reicht die Sofortmaßnahme aus, bis die neue Maschine eintrifft. Der von 8D bereitgestellte Überblick bietet einen guten Rahmen für eine Root Cause Analysis, und um den gesamten Prozess der Problembehandlung von der Eingrenzung des Problems über die Suche nach der eigentlichen Ursache bis hin zur tatsächlichen Umsetzung einer Lösung zu verstehen..


 

Durch die Auswahl des richtigen Tools kann die Lösung eines Problems beschleunigt werden. Durch die Einführung dieser und anderer Instrumente auf dem Shopfloor können die Mitarbeiter Probleme schneller beheben, indem sie diese besser beschreiben und die Problemlösung insgesamt als Prozess verstehen. Der Shopfloor kann bei den Bemühungen zur kontinuierlichen Verbesserung eine entscheidende Rolle spielen, wenn die dort gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen direkt einbezogen werden. Durch entsprechende Schulungen zur Problemlösung entwickeln die Mitarbeiter ein größeres Engagement bei der Lösung von Problemen, weil sie dann selbst eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielen.

Um mehr über die damit verbundenen Chancen zu erfahren lesen Sie auch How Front Line Employees Can Take On A Leadership Role In Continuous Improvement

Burkhardt Prigge ist Consultant bei Kepner-Tregoe. Er leitet das Team von KT Deutschland und unterstützt Kunden in unterschiedlichen Industrien bei der Verbesserung operativer Kennzahlen durch strukturierte Problemlösung und Entscheidungsfindung. Kontaktieren Sie ihn unter bprigge@kepner-tregoe.com

Seit mehr als 60 Jahren unterstützt Kepner-Tregoe Kunden weltweit auf dem Weg zu operativer Exzellenz durch Beratung und Training der Mitarbeiter in strukturierter Problemlösung, Entscheidungsfindung und Projektmanagement.