Von Marven Röll, Consultant, Kepner-Tregoe

Zugegeben, Rudyard Kipling, der bis heute jüngste Literaturnobelpreisträger, ist weltweit eher bekannt für sein Werk „Das Dschungelbuch“, als für seine Leistungen in der Problemlösung. 

Ein Gedicht Kiplings aus seinem Werk „The Elephant's Child“ von 1902 vergegenwärtigt jedoch bis heute die Grundlagen für erfolgreiche Problemlösung. Es beginnt wie folgt:

 

„I keep six honest serving-men

      (They taught me all I knew);

Their names are What and Why and When 

And How and Where and Who.

 

 

   

 

Mit seinen sechs ehrlichen Dienern veranschaulicht Kipling die Grundpfeiler der Informationsbeschaffung. Diese Grundpfeiler bilden auch innerhalb der Problemanalyse von Kepner-Tregoe das Fundament für eine erfolgreiche Problemlösung.

Ein Hauptschritt der Kepner-Tregoe Problemanalyse ist das Sammeln, Sortieren und Ordnen von relevanten Informationen zu einem Problem. Hierbei benutzen wir Kiplings ehrliche Diener wie folgt:

 

Was: Hier beschreiben wir die Identität des Problems: was genau ist das Objekt mit der Abweichung und was genau ist die Abweichung? 

Wo: Hier wird die genaue Örtlichkeit eines Problems lokalisiert. Wir fragen unter anderem: Wo tritt das Problem auf?

Wann: Hier befassen wir uns mit der Zeitlichkeit des Problems. Wann tritt das Problem (zuerst) auf?

Ausmaß: Hier sammeln wir Informationen zu dem Umfang eines Problems. Wie viele Objekte sind von der Abweichung betroffen? Wie groß ist das Problem?

 

Wir spezifizieren ein Problem jedoch nicht nur nach dem Ist-Zustand, sondern auch nach dem Ist-Nicht, gemäß dem Motto: Was könnte, aber ist nicht?. Hierzu fragen wir für jede der oben genannten Fragen nach dem Ist-Nicht, zum Beispiel: Was könnte die Abweichung sein, ist sie aber nicht? Oder: Wie viele Objekte könnten von der Abweichung betroffen sein, sind es aber nicht?

Nachdem auf diese Weise alle relevanten Informationen zu einem Problem gesammelt wurden, widmen wir uns in den nächsten Hauptschritten der Problemanalyse von Kepner-Tregoe dem Wie und Warum:

Wir fragen uns, wie eine mögliche Ursache (Hypothese) die vorliegende Beschreibung des Problems erklärt und können so unzutreffende Ursachen ausschließen und eine wahrscheinlichste Ursache bestimmen, um letztendlich die eigentliche Ursache eines Problems zu beweisen und das Problem zielgerichtet zu lösen. Dieser systematische Ansatz ermöglicht es, Probleme möglichst unvoreingenommen zu analysieren und voreilige Schlussfolgerungen zu vermeiden.

Wenn Sie mehr über Kepner-Tregoe erfahren möchten, dann kontaktieren Sie uns oder melden Sie sich für einen unserer öffentlichen Workshops an.